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Warum Mitarbeiterleistung ein Spiegel für Dich als Führungskraft ist.
von Jochen Ulbing
Roman Braun, einer der Experten für personal Leadership, sagt: “Beschäftige Dich mit Verfahren zur Persönlichkeits- und Verhaltensbeschreibung um andere besser einschätzen und besser kommunizieren zu können.” Ich ergänze diesen Satz damit, dass Feedback zu Deinem Verhalten auch für Dich selbst extrem wichtig ist. Nur wenn wir wissen, wie wir uns in bestimmten Situationen verhalten, können wir unser Verhalten lösungsorientiert anpassen.
Wenn Du keinen Zugang zu Persönlichkeits-/ oder Verhaltenstests hast, dann kannst Du Dir auch einen Hund oder Mitarbeiter zulegen. In beiden wirst Du, wenn Du das möchtest, sehr schnell Dich im Spiegel erkennen. Wenn Du also meinst, dass die Leistung Deiner Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zu Wünschen übrig lässt, kannst Du Dich fragen: “Was habe ich dazu beigetragen?” Fünf häufige Fehler in der Führung, die Dir im Alltag nicht auffallen sind folgende:
- Mangelde Vision
- Mißachtung der Rangfolge
- Mangelnde Klarheit
- Mangelnde Kongruenz
- Mangelnde Konsequenz
Vielleicht fragst Du Dich jetzt, was Du tun kannst um hier Verbesserung zu erzielen. Daher hier ein paar Tips für “Leadership”, die natürlich keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit haben.
1. Entwickle mit Deinem Team eine Vision und eine Mission
Gib Deinem Tun und Handeln, und dem Deiner Mitarbeiter Sinn. Sorge für Einbindung und Identifikation. Sorge dafür, dass der Sinn im Blickfeld bleibt. Wenn der Sinn klar ist, dann und nur dann, werden Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen – aber auch Du selbst – auch bereit sein Unangenehmes zu ertragen.
2. Achte die zeitliche Hierachie
Viele Probleme in Teams entstehen, weil die “natürliche Ordnung”, der Dauer der Zugehörigkeit nicht gewürdigt und beachtet wird. Wird das “Senioritätsprinzip” verletzt ist zumindest entsprechende öffentliche Würdigung notwendig um die neue Rangfolge auch sozial zu etablieren.
3. Sei klar in Deiner Kommunikation
Klarheit bedeutet Präzision. Wenn Du Aufgaben oder Ziele besprichst beschreibe GENAU die Parameter, wann Du mit der Leistung zufrieden sein wirst. Vermeide Interpretationsspielräume, zeige mögliche Konsequenzen auf und bringe Aufgaben und Ziele immer mit Unternehmensrealität (Ausgangspunkt) und Vision in Verbindung.
4. Sei “stimmig” in Deinem Verhalten
Wenn Inhalt der Kommunikation und Verhalten, Körpersprache, Gestik, Mimik auseinanderdriften machst Du Dich unglaubwürdig. Such nach Kontakt zu DEINEN echten Emotionen und formuliere diese authentisch in Form von ICH-Botschaften. Vermeide Ironie und Zynismus.
5. Sei konsequent
Konsequenz bedeutet im wesentlichen auf bestimmte äußere Wirkungen immer gleich zu reagieren. Es bedeutet aber auch das Einfordern der vorher präzise formulierten Aufgaben und Ziele. Wenn Du zuerst 100 forderst und dann mit 99 zufrieden bist werden Deine Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen es Dir nicht danken. Sie lernen nämlich dabei nur eines: “Der Boss meint das was er/sie sagt nicht ernst.”
Da passen auch die Führungsprinzipien aus dem BeziehungsFlow gut ins Bild:
- Kompromisslosigkeit – Konsens statt Kompromiss schafft WIN/WIN Situationen
- Bedingungslosigkeit – Vereinbarungen statt Bedingungen schafft partnerschaftliches Miteinander
- Rücksichtslosigkeit – Heute statt Vergangenheit sorgt für Gerechtigkeit
- Gnadenlosigkeit – Verdienst statt Gnade. Niemand ist gerne von der Gnade anderer abhängig
- Hemmungslosigkeit – Tun statt Hemmen. Ermutige anstatt zu Ängstigen
In der Wirtschaft beschreibt eine Strategie die langfristig geplanten Verhaltensweisen zur Erreichung der Marktziele. Oft reduziert Unternehmen aber die Strategiearbeit auf die bloße Zielformulierung. Ein Denkfehler, denn ihre Strategie beschreibt vor allem den Weg und die Mittel zur Erreichung dieser Ziele. Die Unternehmensstrategie ist die Basis des BeziehungsFlow und ist stark mit allen anderen Erfolgsfaktoren im Unternehmen verknüpft.
Im BeziehungsFlow ordnet die Strategie die gesamte Unternehmensentwicklung. Erst eine gut durchdachte und nachhaltige Strategie ermöglicht eine zielgerichtete Weiterentwicklung der Sachfaktoren im BeziehungsFlow. Wer dabei nur an die materiellen und organisatorischen Bereiche denkt, vergisst, dass auch eine klare Positionierung, ein adäquates Führungssystem sowie die richtige strategische Kommunikation nach innen und außen eine zentrale Rolle spielen.

Bild: 261904_R_K_B_by_SarahC._pixelio.de
Zur Unternehmensstrategie gehören:
• Eine klare Vision: Wohin wollen wir – was wollen wir erreichen?
Denn eine Vision ermöglicht Beziehung
• Eine ambitionierte Mission: Was wollen wir für unsere Kunden tun?
Denn eine Mission ermöglicht Beziehung
• Ein Leitbild: Welche Werte steuern das Unternehmen und unser Verhalten im Ungang miteinander?
Werte ermöglichen Beziehung
• Strategische Positionierung: Worin sind wir einzigartig – Wieso sollen die Kunden ausgerechnet zu uns kommen?
Eine einfache und fokussierte Position ermöglicht Beziehung
Letztlich braucht eine Unternehmensstrategie natürlich auch immer eine Portion unternehmerischen Mut zur Umsetzung sowie entsprechende Zielsetzungen, an denen sich Unternehmensführung und Mitarbeiter orientieren können. Denn „auch der schönste Weg wird dem Wanderer eintönig, gibt es kein Ankunftsziel, auf welches er sich freuen kann (chinesische Weisheit)“. Hier wird deutlich wie eng Strategie und Führung miteinander verbunden sind und warum ohne Strategie der Erfolg meist gering ist.
Warum du auch Passivität für dich nutzen kannst
von Heribert Ulbing
Der tschechische Schriftsteller Pavel Korosin schreibt: „Die Aktivität produziert Fehler, aber nicht so große wie die Passivität.“
Kennst du das Gefühl, wenn du beginnst, deine Vision umzusetzen, und plötzlich nichts mehr geht? In unseren Projekten begegnen wir diesem Phänomen immer wieder: Widerstände seltsamer Natur treten plötzlich auf. Zweifel tauchen auf; Entscheidungen werden hinausgeschoben; unerwartete Hindernisse stellen sich in den Weg; es wird einfach immer schwieriger, etwas zu Ende zu bringen. Und so versickert die anfängliche Begeisterung in lähmender Passivität.
Nun, wenn du das kennst, kann ich dich beruhigen: das ist völlig normal. Alle Menschen, alle Unternehmen geraten in diesen Konflikt zwischen dem, was war und ist, und dem, was sein könnte. Während deine Vision, deine Vorstellung von der Zukunft, dich vorwärts zieht, zieht das, was war (das bestehende System) dich zurück.
Aus diesem Zerren in zwei verschiedene Richtungen entsteht eine schmerzliche Spannung, der „strukturelle Konflikt“. Stell dir ein Gummiband vor, das zwischen deiner Vision und deiner jetzigen Realität ausgestreckt ist – wenn es sich spannt, entsteht Spannung. Wonach strebt Spannung? Nach Auflösung. Dafür gibt es nur zwei Möglichkeiten: die Realität muss zur Vision gezogen werden oder die Vision zur Realität. Welche dieser beiden Möglichkeiten eintritt, kannst du selber bestimmen, je nachdem, wie fest du an deiner Vision festhältst.
Aber die Lücke zwischen Vision und gegenwärtiger Realität ist auch eine Energiequelle. Wenn es keine Lücke gäbe, wäre es überflüssig, irgendwas für die Realisierung der Vision zu tun. Tatsächlich ist diese Lücke eine Quelle kreativer Energie – Künstler haben sie zu allen Zeiten gekannt und für sich genutzt.
Diese Phase der Passivität in Veränderungsprozessen ist unvermeidlich. Erfolg oder Misserfolg entscheiden sich daran, wie du damit umgehst, ob du darin verharrst oder ob dir deine Ziele wichtiger sind. Nutze diese Phase dafür, noch einmal das was war und ist genau anzuschauen und mit deinen Zielen zu vergleichen. Wo willst du hin? Im Normalfall wird deine Vision siegen – schließlich ist sie ja deine eigene Vorstellung von deinem Leben in der Zukunft. Schau dir auch deine Schwächen und Stärken ohne zu urteilen in Ruhe an, aber konzentriere dich auf die Stärken. Du hast genug um deine Ziele erreichen zu können. So kannst du aus einer vorübergehenden Phase des Stillstands genug Mut und Kraft schöpfen, um mit konkreten Maßnahmen auf die Verwirklichung deiner Ziele hin zu arbeiten. Denke daran: Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut. Deine Vision muss nicht von heute auf morgen Wirklichkeit werden. Der Weg dorthin ist ein langer Prozess. Wenn es dir gelingt, die nötigen Schritte in aller Ruhe einen nach dem anderen zu tun, näherst du dich deiner Vision allmählich immer mehr und mehr an.


BeziehungsFlow, 2007

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